Rekord-Hilfsaktion der Montessori-Schule Unterschleißheim

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Frau K. und ihre zwei kleinen Töchter kamen Anfang August nach München – mittellos, aber voller Hoffnung. In Spanien hatte die Marokkanerin immer nur für sechs Monate im Jahr Arbeit in der Landwirtschaft gefunden. In München sollte alles besser werden, doch der Neustart war schwieriger als gedacht. Das Beratungszentrum „Schiller 25“, das sich gerade um obdachlose Zuwanderer kümmert, konnte die Familie schließlich in einer Pension unterbringen. Die beiden Mädchen besuchen inzwischen die Schule, und was sie dafür brauchen, bekamen sie von der Montessori-Schule Clara Grunwald in Unterschleißheim: Kleidung, Sportsachen, Rucksäcke, Stifte, Hefte, dazu Spielsachen, und für die Mutter Schuhe, warme Kleidung und eine Tasche. Inzwischen hat Frau K. eine Arbeitsstelle in Aussicht.

Herr M., 42 Jahre alt, stammt aus Rumänien und hat vor kurzem seine Arbeit in Italien verloren. Weil er nicht mehr für seine Familie sorgen konnte, hat er sich in München einen neuen Job in der Baubranche gesucht – und schnell wieder verloren, weil er auf einem schriftlichen Vertrag bestand. Danach lebte Herr M. erst einmal auf der Straße. „Schiller 25“ hat auch ihm mit Unterstützung der Montessori-Schule helfen können: Er erhielt Kleidung, Schuhe und einen Rucksack.

„All das wäre nicht möglich gewesen, wenn wir die Sachspenden der Monte-Aktion nicht bekommen hätten“, betont Andreea Untaru, die Leiterin von „Schiller 25“. Sechs Achtklässler hatten die Aktion mit für Schüler ungewöhnlichen Dimensionen organisiert: Flyer, sonstige Werbung, Sammelstelle und Zwischenlager einrichten, „Sprechstunden“ für Fragen der Eltern, Waren sortieren…. Um alles haben sich die Schüler selbst gekümmert. Der Einstieg war nicht ohne: Allein „der Flyer war schon ein Stück Arbeit“, erinnert sich Nico Hasselmeier. Die Vorbereitungen seien am aufwändigsten gewesen, finden auch Maren Milos, Marlene Rempis und Melina Müller rückblickend. Aber „als dann alles lief, lief es fast von allein“. In der Früh standen regelmäßig Schüler am Schuleingang, um Spenden entgegenzunehmen. Mehrere Wochen lang hätten sich fast täglich Leute erkundigt, „wo sie die Sachen hin tun sollen und wo sie was abgeben können“, erzählen Ömer Yilmaz und Niklas Dischner.

Die Bilanz hat dann am Ende alle Erwartungen übertroffen: 55 große Säcke mit Spenden sind zusammengekommen.
Das außerordentliche Engagement und das überragende Ergebnis haben auch die Mitarbeiter von „Schiller 25“ beeindruckt. Vor kurzem fuhren Andreea Untaru und ihr Kollege Cemil Inangil deshalb persönlich nach Unterschleißheim, um sich zu bedanken und den sechs beteiligten Achtklässlern Urkunden zu überreichen. Und als die beiden dann auch von der Arbeit in der Beratungsstelle erzählten, waren die Mühen bei den Kindern ohnehin schnell vergessen: „Es ist schon schön, wenn man dann hört, welchen Leuten die Aktion zugute kommt“, stellten sie übereinstimmend fest. Ihr Ziel erreicht haben damit auch die Pädagogen: „Im Sinne des Montessori-Friedenserziehungskonzeptes möchten wir unsere Schüler für soziale Fragen sensibilisieren und sie zu verantwortungsvollem Verhalten erziehen“, erklären Antonalla Kisselat und Katrin Jarosch. Mit der „Monte-Hilfsaktion“ dürfte das in jedem Fall gelungen sein. (gru)

Unser Bild zeigt (hinten von links) Cemil Inangil mit Sohn Baris Mikail, Nico Hasselmeier, Niklas Dischner, Maren Milos, Andreea Untaru und Ömer Yilmaz sowie (vorne von links) Marlene Rempis und Melina Müller.

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