Friedenserziehung und Förderung der Sozialkompetenz

Friedenserziehung und Förderung der Sozialkompetenz

Friedenserziehung kann man nicht unterrichten, Verständnis und Vertrautheit stellen sich nicht von selbst ein oder durch das Lesen eines Buches oder durch das Anwenden einer Methode. Wenn die Kinder  Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen und Verständnis im Alltag, also einen wertschätzenden und achtsamen Umgang erleben und erfahren, führt es zur inneren Zufriedenheit und damit zur Friedfertigkeit im Umgang mit sich selbst und den anderen.  (Maria Montessori)

Giraffentraum

Sozialkompetenz steht bereits für die Erstklässler im „Giraffentraum“ auf dem Stundenplan. Dafür wird die Geschichte von der kleinen Babygiraffe eingeführt, die sich an die Schule verlaufen hat, und um die sich die Erstklässler ein halbes Jahr kümmern. Mit Übungen, Spielen und Liedern lernen sie sich selbst und die Gefühle und Bedürfnisse anderer besser kennen, und sie erfahren, was genaues Beobachten ist. Auch die Streitschlichter kommen zu Besuch und stellen die Schulregeln vor. Die Schüler schreiben der Giraffenmama und wirklich, sie kommt und erzählt von ihrem Traum: von einer Schule, in der alle sich wohlfühlen und freundlich miteinander umgehen

Streitschlichter

Jedes Jahr bewerben sich viele Schüler, um Streitschlichter zu werden. Sie tragen wesentlich zu einem positiven Schulklima bei. In der Ausbildung zum Streitschlichter beschäftigen sie sich intensiv mit den vier Schritten (BEOBACHTUNG, GEFÜHL, BEDÜRFNIS, BITTE) der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg, der Streitschlichtung und den Schulregeln. Am Ende schreibt jeder einen Test und schlichtet einen Streit „zur Probe“. In der "Giraffenecke" schlichten die Grundschüler mit Hilfe von Wortkarten und Sprachmuster zu den vier Schritten ihre Konflikte, unterstützt von den Streitschlichtern. Nach und nach lernen die Schüler, sich aufrichtig auszudrücken, was sie wirklich bewegt, gleichzeitig aber auch zu hören, was ihr „Gegenüber" bewegt. Dies führt weg vom Gegeneinander und damit von Bewertungen und öffnet so das Verständnis für den Konfliktpartner und schafft zugleich Raum  für Lösungen.

Klassenrat

In jeder Klasse hängt ein Klassen-Briefkasten, in den während der Woche Briefe mit Anliegen/Bitten/Wünschen von Schülern und Lehrern eingeworfen werden können. Im Klassenrat, der von Schülern geleitet wird, werden diese einmal pro Woche besprochen. Dadurch wird die Gesprächskultur verbessert, der wertschätzende Umgang gefördert und in einem sicheren Rahmen eigene Konfliktlösungen erprobt.