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Von Streitschlichtern und Giraffenträumen

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Die Schule soll ein Ort sein, an dem sich alle Kinder wohl fühlen. An der Montessori-Schule Clara Grunwald in Unterschleißheim tragen dazu nicht zuletzt die Streitschlichter bei, und dieser Tage wurde das Team um 22 weitere Mädchen und Buben erweitert:Die Schüler der Grund- und Mittelstufe bekamen vor der ganzen Schulgemeinschaft ganz offiziell ihre Streitschlichter-Urkunden und Buttons überreicht.

Unter der Leitung von Pädagogin Barbara Friedlein hatten sie sich an sechs Nachmittagen intensiv mit den vier Schritten der gewaltfreien Kommunikation, der Streitschlichtung und den Schulregeln auseinandergesetzt.

Am Ende hatte jeder einen Test geschrieben und einen Streit „zur Probe“ geschlichtet. „Da war ich ganz schön aufgeregt“, erzählt David, „aber dann habe ich es doch gut geschafft!“  -„ Ich bin Streitschlichter geworden, weil ich es mir immer gewünscht habe“, betonte Leonard: „Ich möchte, dass sich keiner streitet und dass Frieden ist.“

Und schon eine Stunde später konnte die erste Streitschlichterin das neu Erlernte in der Praxis umsetzen: „Ich habe gerade meinen ersten Streit geschlichtet“, erzählte Ava stolz, und „es hat geklappt!“

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Das Streitschlichter-Projekt gibt es an der Montessori-Schule Clara Grunwald seit 2010. Unterstützt wird es auch von zwei örtlichen Geldinstituten:  Die Sparda-Bank hat 500 Euro aus ihrer „NaturTalent Stiftung“ für ein Training gespendet, bei dem es für die 18 Streitschlichter der Mittelstufe speziell um das Thema Mobbing und Cybermobbing geht. 480 Euro hat die Raiffeisenbank für ein Training zu Konfliktlösestrategien beigesteuert, an dem 19 Streitschlichter aus der dritten und vierten Klasse teilnehmen.

20140501_989992306Sozialkompetenz steht aber auch für die anderen Kinder regelmäßig auf dem Stundenplan.  Dafür wurde dieGeschichtevon der kleinen Babygiraffe eingeführt, die sich an die Schule verlaufen hat, und um die sich die Kinder kümmern.  Mit Übungen, Spielen und Liedern lernen sie sich selbst und die Gefühle und Bedürfnisse anderer besser kennen, und sie erfahren, was genaues Beobachten ist.  Auch die Streitschlichter kommen zu Besuch und stellen die Schulregeln vor. Jetzt kam beim Giraffenfest überraschend auch die Giraffenmama zu Besuch und  erzählte: „Gestern träumte ich von einer Schule, in der sich alle gut verstehen und ehrlich zueinander sind. In der alle sagen, wie es ihnen geht, und sich darum kümmern, wie es anderen geht. Ich habe geträumt, dass wir uns nicht mehr gegenseitig wehtun, uns auslachen oder streiten.“

In meinem Traum haben Kinder in dieser Schule gelernt, wie Giraffen zu sprechen und zu handeln, das heißt sie suchen gemeinsam nach Lösungen, damit es allen gut geht. Alle haben „ja“ gesagt, als die Mama-Giraffe fragte: „Willst du ein Kind in dieser Schule sein, die ich in meinem Traum gesehen habe? Wenn du willst, bleibe ich mit Frieda, der kleinen Giraffe, bei euch in der Schule und bringe euch die `Giraffensprache` noch besser bei.“